Kurz gesagt
Atemstörungen sind ein geschätzter Wert für Situationen, in denen der übliche Atemrhythmus im Schlaf vorübergehend unterbrochen gewesen sein könnte. Dafür werden Bewegungen am Handgelenk ausgewertet. Eine einzelne Nacht mit „Erhöht“ diagnostiziert keine Schlafapnoe. Wiederholt erhöhte Störungen in mehreren Nächten innerhalb von 30 Tagen können eine Mitteilung über mögliche Schlafapnoe auslösen. „Keine Daten“ bedeutet, dass die erforderlichen Daten zur Beurteilung nicht ausreichten.
Die wichtigsten Punkte
- Bewegungen am Handgelenk dienen zur Schätzung möglicher Atemstörungen im Schlaf
- Einmal „Erhöht“ reicht nicht für eine Schlafapnoe-Diagnose
- Der Wert unterscheidet sich von der Atemfrequenz im Schlaf in Atemzügen pro Minute
- „Keine Daten“ bedeutet nicht, dass keine Störungen aufgetreten sind
- Die Mitteilungsanalyse braucht mindestens zehn Nächte innerhalb von 30 Tagen; bei Mitteilungen oder Beschwerden ärztlichen Rat einholen
Atemstörungen werden aus Bewegungen am Handgelenk geschätzt
Der Beschleunigungssensor der Apple Watch erfasst feine Bewegungen des Handgelenks im Schlaf. Daraus schätzt sie Situationen, in denen der gewöhnliche Atemrhythmus vorübergehend unterbrochen gewesen sein könnte. Diese werden als Atemstörungen bezeichnet.
Die japanische Produktinformation beschreibt den Wert als geschätzte Anzahl vorübergehender Atemunterbrechungen pro Schlafstunde. Apple bezeichnet diese Zahl als BD-Wert. Auf dem Bildschirm wird eine Nacht als „Erhöht“ oder „Nicht erhöht“ eingestuft.
Dabei wird weder der Sauerstoff im Blut direkt gemessen noch die Anzahl der Atemzüge pro Minute angegeben. Der Wert darf auch nicht mit dem Apnoe-Hypopnoe-Index, AHI, einer klinischen Schlafuntersuchung gleichgesetzt werden.
Was „Erhöht“, „Nicht erhöht“ und „Keine Daten“ bedeuten
Bei vielen Menschen können einzelne Atemstörungen während einer Nacht vorkommen. Eine einzige Anzeige „Erhöht“ stellt keine Schlafapnoe fest.
Schlafposition, Alkohol, erkältungsbedingte Nasen- oder Rachenbeschwerden und manche Medikamente können mitwirken. Die Ursache lässt sich aber nicht aus der Anzeige allein bestimmen.
- Erhöht: Für diese Nacht wurde eine erhöhte Zahl von Atemstörungen geschätzt
- Nicht erhöht: Diese Nacht erfüllte die Einstufung „Erhöht“ nicht
- Keine Daten: Für eine Beurteilung dieser Nacht lagen nicht genügend auswertbare Daten vor
Atemfrequenz, Atemstörungen und Mitteilungen sind verschieden
Die Begriffe ähneln sich, beschreiben aber unterschiedliche Größen und Zeiträume.
- Atemfrequenz im Schlaf: geschätzte Anzahl der Atemzüge pro Minute
- Atemstörungen: geschätztes Ausmaß von Handgelenkbewegungen, die auf vorübergehende Atemunterbrechungen hinweisen
- Schlafapnoe-Mitteilung: Hinweis auf Merkmale möglicher Schlafapnoe in Daten über 30 Tage
- Medizinische Untersuchung: erfasst Atmung, Sauerstoff, Herzfrequenz und Schlafzustand als Grundlage ärztlicher Diagnostik
Wenn eine einzelne Nacht als erhöht erscheint
Auf die Umstände dieser Nacht zurückblicken
Notiere Schlafposition, Alkohol, Nasen- oder Rachenbeschwerden, ungewohnte Medikamente und Schlafdauer. Setze verschriebene Medikamente nicht eigenständig ab.
Den Sitz der Uhr prüfen
Trage die Apple Watch so, dass die Rückseite dein Handgelenk berührt, ohne dass das Band zu eng oder zu locker ist.
Auch die nächsten Nächte aufzeichnen
Leite aus einer Nacht weder Krankheit noch Ursache ab. Betrachte den Verlauf über einige Wochen bis zu 30 Tagen.
Bei Beschwerden unabhängig von der Anzeige Rat suchen
Bei starkem Schnarchen, beobachteten Atempausen oder Tagesmüdigkeit, die Arbeit oder Autofahren beeinträchtigt, sprich mit einer Ärztin oder einem Arzt, ohne auf eine Mitteilung zu warten.
Was bei „Keine Daten“ zu prüfen ist
„Keine Daten“ ist kein Ergebnis, das fehlende Atemstörungen bestätigt. Es kann erscheinen, wenn du die Apple Watch im Schlaf nicht getragen hast oder keine auswertbaren Sensordaten erfasst wurden.
- Ist „Schlaferfassung mit der Apple Watch“ aktiviert?
- Sind ein Schlafplan oder der Fokus „Schlafen“ eingerichtet?
- Hast du die Apple Watch im Schlaf abgelegt?
- War der Akku zwischendurch leer?
- Sitzt das Band nicht zu locker und berührt der rückseitige Sensor das Handgelenk?
- Verwendest du eine unterstützte Apple Watch und die aktuelle watchOS-Version?
Unterstützte Modelle und Einrichtung der Mitteilungen
Stand August 2026 werden Apple Watch Series 9 und neuer, Apple Watch Ultra 2 sowie Apple Watch SE 3 unterstützt. Erforderlich ist die aktuelle watchOS-Version. Die Funktion richtet sich an Personen ab 18 Jahren ohne bisherige Schlafapnoe-Diagnose.
Die Schlafaufzeichnung aktivieren
Richte „Schlaf“ in Health auf dem iPhone ein und aktiviere „Schlaferfassung mit der Apple Watch“.
Den Bereich Atmung öffnen
Öffne auf dem iPhone Health → Entdecken → Atmung.
Mitteilungen einrichten
Tippe bei „Schlafapnoe-Mitteilungen“ auf „Konfigurieren“, bestätige Alter und bisherige Diagnosen und folge den Anweisungen.
Die Uhr mindestens zehn Nächte tragen
Schlafe innerhalb von 30 Tagen mindestens zehn Nächte mit der Apple Watch. Die Daten werden jeweils über 30 Tage ausgewertet.
Nach einer Mitteilung den Bericht ärztlich besprechen
Wenn über mehrere Nächte erhöhte Atemstörungen erkannt werden, die auf mögliche mittelgradige bis schwere Schlafapnoe hinweisen, kann eine Mitteilung erscheinen. Damit steht die Diagnose jedoch nicht fest.
Du kannst anschließend einen ausführlichen Bericht aus Health als PDF exportieren und in der Arztpraxis zeigen. Zur Diagnose ist ein Heimschlaftest oder eine Polysomnographie erforderlich. Bei der Polysomnographie werden unter anderem Atmung, Sauerstoff und Schlafzustand über eine Nacht untersucht.
Auch ohne Mitteilung solltest du bei wiederholt starkem Schnarchen, Atempausen, Aufwachen mit Luftschnappen oder starker Tagesmüdigkeit ärztlichen Rat suchen. Wenn Müdigkeit das Fahren beeinträchtigt, fahre nicht weiter.
Quellen
- Schlafapnoe-Mitteilungen auf der Apple Watch — Apple Support
- Produktinformation zu Apples Mitteilungssoftware für Anzeichen von Schlafapnoe — Japanische Behörde für Arzneimittel und Medizinprodukte (PMDA)
- Schlafbezogene Atmungsstörungen — Nationales Zentrum für Neurologie und Psychiatrie, Japan
